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...falsches Zeugnis ablegen wider deinen Nächsten.

Da fällt mir als Erstes natürlich das „Bezeugen“ vor Gericht ein. Das hört, liest oder sieht man ja oft. Man soll keinen Meineid schwören. Also, man soll nicht etwas Falsches sagen. Zum Beispiel, dass jemand etwas getan oder nicht getan hat. Damit nicht jemand zu Unrecht beschuldigt oder verurteilt wird.

Aber ich denke, das Gebot ist auch bei vielen Dingen im Alltag wichtig. Wenn ich da an den normalen Schultag denke, eine langweilige Unterrichtsstunde, man quatscht, macht Blödsinn und wird vielleicht nicht zum ersten Mal vom Lehrer ermahnt. Da ist es einfach zu sagen: „Ich war’s nicht, das war die oder der …“. Einfach ja, aber nicht richtig. Denn auch da beschuldige ich jemand anderes für etwas, was ich getan habe. Oder eben – ich lege ein falsches Zeugnis ab.

Oder umgekehrt, wenn meine beste Freundin vielleicht schon mehrmals ermahnt wurde und ihr richtiger Ärger droht, dann nehme ich die Schuld für ihren Blödsinn auf mich, damit sie verschont bleibt. Klar, das geschieht dann aus gutem Grund, aber ist es nicht trotzdem: „ein falsches Zeugnis ablegen“?

Ich könnte sicher noch viele solcher „kleinen“ Beispiele nennen, wenn man miteinander redet oder – zugegeben – auch mal lästert, dann sagt man vielleicht auch Dinge über jemanden, den man nicht so mag, die übertrieben sind, so nicht wirklich stimmen vielleicht. Aber auch die Menschen, die wir nicht so gut leiden mögen, sind unsere Nächsten.